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Pro Europa · Europäische Kulturstiftung
European Foundation for Culture · Fondation Européenne de la Culture
President Committee of Patrons: H.R.H. Prince of Denmark
PRESSEMELDUNGEN
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Europäische Kulturpreisverleihungen in Fürstlich Drehna

Helmut Rippl
Dem Cottbusser Garten- und Landschaftsarchitekten, Park-Restaurator und Pückler-Publizisten
Europäische Preis für Garten-Architektur
verliehen.
Die Verleihung fand anlässlich der Veranstaltung "Fürstlich feiern" der IBA Fürst-Pückler-Land und der Brandenburgischen Schlössergesellschaft am 26.8.2005 auf Schloss Fürstlich Drehna bei Luckau statt.
Die Justizministerin des Landes Brandenburg, Frau Beate Blechinger, überbrachte eine persönliche Botschaft des Ministerpräsidenten Matthias Platzeck an den Preisträger und die Glückwünsche der Landesregierung von Brandenburg. Anwesend waren auch der Vizepräsident des Abgeordnetenhauses von Berlin, Prof. Dr. Christoph Stölzl, der Landrat des Landkreises Dahme-Spreewald, Martin Wille, der Bürgermeister von Luckau, Harry Müller, der Chef der Brandenburgischen Schlössergesellschaft, Dr. Wolfgang Illert, der Chef der IBA-Fürst-Pückler-Land, Prof. Dr. Rolf Kuhn, Abgeordnete des Landtages und des Bundestages sowie andere Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens.
Die Laudatio hielt Werner Semmler, selbst ein erfahrener und ausgezeichneter Parkschöpfer.
Die Europäische Kulturstiftung pro Europa würdigte mit der Preisverleihung die Verdienste von Helmut Rippl als "Altmeister" der europäischen Gartenkunst bei der Erhaltung und Restaurierung großartiger ostdeutscher Gartenkulturwerke, sein Wirken in den Landschaftsparks Bad Muskau, Branitz und Fürstlich Drehna, seine publizistischen Arbeiten über den großen Parkschöpfers Hermann Fürst von Pückler und damit sein herausragendes Engagement für die europäische Gartenarchitektur und Gartenkunst. Mit der Wiederherstellung des durch den Bergbau schwer beschädigten Landschaftsparks Fürstlich Drehna ist Helmut Rippl eine bezaubernde eigene Park-Schöpfung gelungen. Die Rettung und Restaurierung dieser bedeutenden Werke der Gartenkunst ist eine ganz außerordentliche europäische Kulturtat. Helmut Rippl hat daran tatkräftig mitgewirkt.
Herr Rippl erhielt für seine Verdienste bereits die Ehrenbürgerplakette der Stadt Cottbus
Europäische Kulturpreisverleihungen an bedeutende Persönlichkeiten des kulturellen Lebens Europas finden alljährlich in herausragenden europäischen Kulturstädten statt. Näheres hierüber, sowie die Namen der bisherigen Preisträger, können Sie entnehmen bei www.europaeische-kulturstiftung.de
Im Jahre 2002 haben wir schon im Schloss Bellevue in Berlin in Anwesenheit von Bundespräsident Johannes Rau den Fürst-Pückler-Park in Bad Muskau ausgezeichnet.
Dr. Ernst Seidel
Stiftungspräsident
Laudatio zur Verleihung des
Europäischen Preises für Garten-Architektur an Helmut Rippl
von Werner Semmler
Herr Professor Kuhn, lieber Herr Rippl, verehrte Frau Rippl, sehr verehrte Damen und Herren,
muss man erst alt sein, um mit mutigen Taten und großen Werken anerkannt
und berühmt zu werden ? -- Und warum ist das wohl so ? --
Als die Europäische Kulturstiftung 2002 bei Bundespräsident Johannes Rau in Berlin den Muskauer Fürst-Pückler-Park mit dem Europäischen Gartenkulturpreis auszeichnete, war Pückler schon 131 Jahre tot. Doch die Welt wurde wieder auf sein Werk der Gartenkunst aufmerksam und es ist auf Anregung der Stiftung durch die UNESCO inzwischen zum Weltkulturerbe erklärt worden.
Wir verdanken es sensiblen Menschen, dass große Kulturwerke bewahrt bleiben und nicht im Zeit-Geist in Vergessenheit geraten oder gar untergehen.
Mit der Kultur ist es so wie mit dem Sport, dem Film, der Politik. Ist man erst einmal berühmt geworden, stellen sich viele mit auf das berühmte „Treppchen“ der Ehre und Anerkennung. Doch bevor das Werk oder der Mensch berühmt wurde, mussten Taten vorausgehen.
So war es auch mit den Landschaftsparkwerken Pücklers und anderen ostdeutschen Garten-kulturwerken und mit Muskau, Branitz und Fürstlich Drehna. Dass sie als große Werke erkannt und bewahrt wurden, verdanken wir vielen sensiblen und weitsichtigen Menschen. Vielen ehren-amtlichen Helfern. Vielen Liebenden. Sie haben nicht nur begehrt, sondern selbstlos gegeben und Werke erhalten und neu geschaffen. Und es gab in den letzten Jahren auch viele Regierende in Land, Kreis und Stadt, die Weitblick zeigten, ein offenes Ohr hatten und tatkräftig geholfen haben. Ihnen allen möchte ich dafür (ohne namentliche Erwähnung) Anerkennung und Dank aussprechen.
Es ist das große Verdienst von Helmut Rippl, dass das Bewusstsein für die grandiosen Parkschöpfungen in Ostdeutschland nicht verloren ging und sie bewahrt blieben. Als langjähriger Chef des Park-Aktivs des Kulturbundes der DDR, und als Denkmalpfleger, kämpfte Helmut Rippl für die Erhaltung der Parkwerke mit bescheidenen Mitteln und gegen den damaligen Zeitgeist. Er hatte den Mut, die Freiheit der Kunst und die Wahrheit der Wissenschaft zu verteidigen. Die in der Phase der Aufklärung, am Beginn der Industrialisierung, durch die Grafen, Fürsten und Könige geschaffenen Garten-Werke, waren vielen DDR-Funktionären suspekt. Und bei einem Vortrag für die notwendige Erhaltung und Bewahrung von Pücklers Erbe sagte ein Funktionär zu Helmut Rippl:
„Helmut, Du kannst uns erzählen was Du willst, „Ferscht bleibt Ferscht“.
Seine Doktorarbeit wurde deswegen nicht angenommen und er blieb ein Opfer des damaligen DDR-Zeitgeistes. Wie dem Geigen-Bauer allein der Klang der Geige dankt, so dankten Rippl für seinen jahrzehntelangen ehrenamtlichen Einsatz allein die prächtigen Bäume und das Park-Wunder der Natur.
Frau Ministerin, ich rege an, die Landesregierungen und die Universitäten von Brandenburg und Sachsen möge erwägen, Helmut Rippl zur noblen Wiedergutmachung seiner Verletzungen mit einer Ehren-Professur oder einer Ehren-Promotion zu würdigen.
Helmut Rippl ist ein großer Meister für historische Gärten und Parks der europäischen Gartenkunst. Und wie bei allen genialen Menschen kann man sich bei solchen Meistern viele Worte sparen. Ihre Werke und ihre Taten überzeugen von sich selbst. Ich habe gelernt: Nur wenn ein Künstler wenig drauf hat und wenig kann, muss er über sich und sein Werk viel sprechen und es mit vielen Worten „interpretieren“. Es gibt nicht nur eine Inflation der Währung, sondern auch eine Inflation der Nichts-Könner.
Europa verfügt nur über wenige Fachleute, die über solches Wissen der Gestaltung von historischen Parks und Gärten verfügen. Rippl ist Meister in der Schöpfung atemberaubender Spannungsfelder zwischen den „Baulichen Majestäten“, den Schlössern und Herrenhäusern, und den „Majestäten der Natur“, dem Wasser, den Bäumen und den Sträuchern.
Rippl sorgte in seinen Parks dafür, dass die Natur Bilder malt und wie Musik klingt. Viele dieser Bilder wird er selbst nicht mehr sehen, denn bis die gepflanzten Geschöpfe der Natur erwachsen sind und ihre volle Schönheit zeigen, wird er nicht mehr sein. Park-Künstler erleben das Erwachsensein ihrer Werke nicht und arbeiten für die Zukunft. Um das Werk dennoch arrangieren zu können, muss der Parkschöpfer davon träumen. Er muss sich vorstellen können, wie seine Geschöpfe sich im Alter entwickeln, welchen Habitus sie später zeigen und welche - älter werdende - Bäume ihre Nachfolger werden. Denn Rippls Bilder wachsen in hunderten von Jahren. Sie sind, wie wir alle, Leben und Tod unterworfen. Wie ein Dirigent eines Orchesters versteht es Rippl, die „Musikanten“ seines Konzerts, die Bäume und die Sträucher, in die richtigen Stellungen bringen: In eine rot färbende Eichen-Gruppe plötzlich eine gelb färbende Tulpenbaum-Geige, zu einem dunkelgrünen Mamutbaum-Kontrabass als zarte Harfe das sanfte Grün einer Sumpfzypresse. Und in eine leuchtend gelb färbende Gruppe der ewigen Ginko-Bäume plötzlich den lauten Bass einer scharlachroten Coccinea-Eiche. Rippl ist ein Meister spannungsvoller Baumpflanzungen in nicht gleich-schenkligen Dreiecken mit Zwillingen, Drillingen und Fünflingen und mit immer wieder neuen Überraschungen für das Auge und für die Sinne. Er ist ein „Konzertmeister der Bäume“.
Für Rippl zählen Bäume zu den Ur-Metaphern für die Ewigkeit. Und wer wollte nicht gerne ewig leben? In der Natur und bei den Bäumen gibt es, wie bei den Menschen, Positionskämpfe und Reibungen. Aber Reibung erzeugt Wärme und Wärme ist Leben.
Helmut Rippls Bilder seiner Parks, werden immer wieder anders aussehen. Seine „Musik“ wird immer wieder, von Jahr zu Jahr, und im Lichte von Zeit und Raum, wie eine andere „Sinfonie“ klingen.
Sein „Konzert der Bäume“ wird noch klingen, wenn er, und wir alle, nicht mehr da sind.
Wir alle sollten nicht nur an uns denken, sondern auch etwas für die Zukunft tun. Wenn wir die atemberaubende Vielfalt der Schöpfung nicht wieder mit der Hoffnung und Neugier von Kinder-Augen sehen und mit dem Geist und Willen von Erwachsenen verteidigen und bewahren, besteht unser Leben bald nur noch aus verwalten, älter werden und sterben.
Auf Initiative von Otto Rind, Wolfgang Joswig und Helmut Rippl wurde die IBA Fürst-Pückler-Land ins Leben gerufen. Sie wird von Professor Rolf Kuhn und seinen Helfern tatkräftig umgesetzt. Dieses größte Landschafts-Gestaltungs-Projekt Europas wird eines Tages noch mehr Ruhm und Anerkennung erhalten als die Werke Pücklers. Fürst-Pückler-Land wird Zukunft schaffen und "die Sehnsucht nach einem Arkadien in der Lausitz" stillen.
Helmut Rippels Werk ist eine große Europäische Kulturtat.
Sie verdiente den Europäischen Preis für Gartenarchitektur.
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Wir würdigen damit seine Verdienste um die Erhaltung und Restaurierung bedeutender ostdeutscher Gartenkulturwerke,
sein Wirken in den Landschaftsparks Bad Muskau und Branitz, seine gelungene Park-Schöpfung Fürstlich Drehna, seine
publizistischen Arbeiten über Hermann Fürst von Pückler
sowie sein herausragendes Engagement für die europäische
Garten-Architektur und Garten-Kunst.
verliehen in Schloss Fürstliche Drehna am 26. August 2005
Der Präsident

Dr. Ernst Seidel

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Fürst bleibt Fürst ?
Helmut Rippl kämpfte gegen engen Zeitgeist
und rettete bedeutende deutsche Gartenkulturwerke
von Städte,- und Landschaftsplaner Wolfgang Joswig
Um zu einem berühmten und anerkannten Garten- und Landschaftsarchitekten zu werden, musste Helmut Rippl einen langen und steinigen Weg gehen. Rippl hatte sich schon früh für die während und nach der Aufklärung durch die regierenden Grundherren, Grafen, Fürsten und Könige errichteten Parkschöpfungen begeistert und besonders an den Landschaftsparkwerken des Fürsten Hermann von Pückler Gefallen gefunden. Doch das war in einem sozialistischen Land, in dem man nichts mehr von Grafen, Fürsten und Königen als Bau- und Kultivierungs-Herren wissen wollte, gefährlich. Seine Doktorarbeit wurde auch daher nicht angenommen und bei einem Vortrag über Pücklers Gartenkunst entgegnete ihm ein Genosse: „Helmut Du kannst uns erzählen was Du willst, "Ferscht bleibt Ferscht", aus dem Sächsischen übersetzt heißt das: „Fürst bleibt Fürst“. Mancher Funktionär hatte damals noch nicht begriffen, dass nicht alles schlecht war, was frühere Herrscher geschaffen hatten.
Helmut Rippl, Landschaftsarchitekt, Stadtplaner, Parkdenkmalpfleger und Pücklerforscher, Jahrgang 1925, diplomierte 1952 an der Humboldt-Universität Berlin. Seine Lehrer in Gartenkunst und Landeskultur waren Georg Bela Pniower und in Kunstgeschichte Willi Kurth. Nach ersten Berufsjahren bei Walter Funcke in Potsdam arbeitete er ab 1956 für die Gebiets,- Stadt,- und Dorfplanung im Raum Cottbus, dem vom Bergbau geprägten Kohle und Energiebezirk mit dessen riesigen Landschaftsdevastierungen und expandierenden Städten und Siedlungen. Sein Engagement für die vernachlässigten und vom Bergbau bedrohten Ländlichen und Pücklerschen Parke von Branitz und Muskau führte 1974 zur Berufung als Leiter des „Zentralen Parkaktivs im Fachausschuss für Dentrologie und Gartenarchitektur des Kulturbundes der DDR“ (bis 1982) und ab 1971 als Leiter des Bezirksparkaktivs Cottbus, beides Ehrenämter. Letzteres übte er bis zur Pensionierung 1990 aus.
Zur „Landschaftsplanung nach der Kohle“ kam Rippl erst nach Otto Rindts Tod, an dessen Grab er sich als Fortsetzer der Rindt’schen Ideen gerufen sah. Aber es blieb nicht bei diesem Nachruf. Hatte Otto Rindt die Ur-Intention für den Madlower und den Sachsendorfer See, so erweiterte Helmut Rippl diese durch die Gestaltung des nahen Umfeldes bis hinein in die Madlower Schluchten vor Branitz. Seit 1994 skizzierte Rippl also Rekultivierungs- und Planungsvorschläge für das Niederlausitzer Tagebaurevier.
1994 rief der Verfasser, seit drei Jahrzehnten mit Helmut Ripppl fachlich und gesellschaftlich verbunden, diesen nach Brieske, die Planungsgedanken des verstorbenen Otto Rindt weiterzuführen und diesen in einer Hommage zu ehren. Das war der Anfang einer „IBA-Vision“ als Instrument der Stadt,- und Landschaftsgestaltung nach der Kohle, exemplifiziert an dem auslaufenden Tagebau Meuro.
Darob 1997 in das Gründungskuratorium der IBA Fürst-Pückler-Land berufen, realisierte Helmut Rippl neben den zwanzig Jahre dauernden Park-Rekonstruktionen und Parkerweiterungen von Fürstlich Drehna, im Auftaktgebiet der Internationalen Bauausstellung Fürst Pückler-Land, in Großräschen-Süd, die Alleen „Seestraße“ und die „Allee der Steine“ zum einstigen Tagebau Meuro, dem späteren Ilse-See.
Aus der künstlerischen Wahrheit Pücklerscher Landschaftsparke vollendet sich hier mit „suptilem Impetus“ sein gärtnerisches Lebenswerk mit dem Credo: Barockpark und Landschaftspark, die Wurzeln neuer Parklandschaften.
Seine weltanschauliche Sicht postulierte er schon gefährlich laut in den 70-er Jahren: „..der Materialismus ist am Ende, er kann nicht alles erklären“ ebenso mutig wie weitsichtig.
Auch heute folgt er einem, von Doktrin freien Pantheismus, einem Einssein Gottes mit der Natur.
Auch in die Anthroposophie Rudolf Steiners, den der Autor nur als Architekten des „Goetheannums“ kannte, führte er schon zu DDR-Zeiten ein. Die Suche nach der Ganzheitlichkeit von Natur und Leben bestimmt Helmut Rippls Wirken als Garten,- und Landschaftsarchitekt.
Helmut Rippl hat an der Bewahrung zahlreicher Parkwerke in Ostdeutschland großen Anteil. Auch nach seiner Pensionierung bewahrte er historische Parks vor dem Untergang und beriet deren Besitzer bei der fachgerechten Wiederherstellung, so z.B. die Besitzer des von der Königin von Portugal begründeten Fulwell-Parks in Umkirch, des vom vorderösterreichischen Reichskanzlers Kaiser Maximilians begründeten Schlossparks Buchheim in March/ Breisgau und die Gemeinde Umkirch bei der Begründung des Mühlenparks um die alte Schlossmühle. Werner Semmler, der Besitzer des Fulwell-Parks, ein engagierter „Parkomane“, wurde 2002 beim Bundespräsidenten in Berlin mit dem „Europäischen Gartenkultur-Schöpfungspreis“ ausgezeichnet.
Seine Wahl-Heimatstadt Cottbus verlieh Helmut Rippl 1984 den Blechen-Preis und im Jahr 2000 die Ehrenmedaille der Stadt Cottbus.
Seine Idee der Verwendung von Bergbau-Findlingen setzte Helmut Rippl mit der Findlings-Inszenierung auf der Bärenbrücker Höhe, über dem späteren Cottbusser Ostsee gelegen, zur „Allee der Steine“ um. In der Verwendung farbiger Bäume für die Begleitung der Steinallee aus Findlingen war der Park Fürstlich Drehna Vorbild, der von Helmut Rippl betreut und im Bergbauteil neu von ihm gestaltet wurde.
Rippl blieb zeitlebens ein treuer Bewunderer von Pückler, dem Fürsten unter den Gärtnern. Er blieb ein leidenschaftlicher Bewahrer Pücklers Werke, ein Kenner und Anwender seiner Andeutungen über Landschaftsgärtnerei und ein begnadeter Gärtner. Trotz aller sozialistischen Anfeindungen damaliger DDR-Funktionäre blieb er ein mutiger Fürsprecher für den seit 134 Jahren toten Fürsten. Ein „Fürst unter den Gärtnern“ und ein Fürst für Pücklers hoffentlich - ewig überlebende Werke.
Helmut Rippl ist noch heute leidenschaftlicher Gärtner und auch für ihn gilt Pücklers Aphorismus:
"Wer mich ganz kennenlernen will, muss meinen Garten kennen, denn mein Garten ist mein Herz"
Biographie
des Garten- und Landschaftsarchitekten Helmut Rippl
Persönliche Daten:
geboren am 1.12.1925 in Wittenberg/Lutherstadt.
Eltern: Vater Richard Rippl, Maschinenbauingenieur Mutter Emma Rippl, Hausfrau
Ehe: verheiratet mit Christa Rippl geb. Brunner, drei Kinder
Schulen:
1932 bis 1936 Voksschule Pratau
1936 bis 1943 Melanchton-Gymnasium Wittenberg
1943 bis 1945 Kriegsdienst, 5.3.1945 Kriegsverwundung und Schädeldurchschuss.
Im November 1945 Entlassung aus dem Kriegsdienst als Schwerverwundeter
1946 bis 1947 Fortsetzung der Oberschule Wittenberg und Abitur
Berufsausbildung:
1947 bis 1949 Gärtnerlehre und Gehilfenzeit in Wittenberg und Leipzig
Studium:
1949 bis 1952 Studium der Gartengestaltung und Landeskultur an der Humboldt-Universität Berlin
Berufliche Tätigkeit:
1952 bis 1955 Grün-Planung im VEB Industriebahnbau Berlin mit Stadtplanungen für
Eisenhüttenstadt und Potsdam
1955 bis 1984 Stadtplaner im Städtebaubüro des Bezirks Cottbus und beschäftigt mit den Generalstadtplänen von Cottbus, Guben, Bad Muskau u.a.
1984 bis 1991 Parkdenkmalpfleger im Bezirks Cottbus in der Zweigstelle des Instituts für
Denkmalpflege Berlin, Ende 1991 Verabschiedung in den Altersruhestand
1991 Zulassung als freier Garten- und Landschaftsarchitekt
Weitere zusätzliche berufliche und ehrenamtliche Tätigkeiten:
1965 bis 1984 Betreuung der historischen Parke der Niederlausitz, besonders Bad Muskau,
Branitz, Altdöbern, Fürstlich Drehna, Sonnenwalde, Lindenau, Kleinkmehlen, Kroppen, Lipsa/Hermsdorf und andere
1970 bis 1991 Vorsitzender des Bezirksparkaktivs der Kulturbundes im Bezirks Cottbus
1974 bis 1982 Vorsitzender des Zentralen Parkaktivs der gesamten DDR
ab 1991 Planung, Restaurierung und Betreuung mehrer Parkwerke, Planung und Restaurierung des Parks Fürstlich Drehna, Beratung und Planung von Landschaftsgestaltungen und Renaturierungen für die Bergbaunachfolgelandschaften und die IBA Fürst-Pückler-Land, Mitglied im Gründungskuratorium für die IBA Fürst-Pückler-Land, Planung und Ausführung der Allee der Steine in Großräschen, Beratung bei der Restaurierung von historischen Parkwerken im In- und Ausland
Auszeichnungen von Helmut Rippl:
1983 Blechenpreis des Bezirks Cottbus
2000 Ehrenmedaille des Stadt Cottbus
Publikationen von Helmut Rippl:
Der Branitzer Park - ein Meisterwerk der deutschen Gartenkunst
Cottbus, Auflagen 1971, 1973, 1977
Branitzer Parkerkundungen
Cottbus 1992
Der Muskauer Park - Beiträge zur Stadtgeschichte Bad Muskau
Bad Muskau 1988
Der Muskauer Park - Sein Wesen und seine Schönheiten
Erläutert anhand einer Parkführung mit Helmut Rippl
Bad Muskau 1998
Andeutungen zur Pflege Pückler’scher Landschaftsparke
erschienen in deutscher und polnischer Sprache
Warschau 1992
Herman Ludwig Heinrich Fürst von Pückler-Muskau
Gartenkunst und Denkmalpflege
Weimar 1989
Der Parkschöpfer Pückler-Muskau
Weimar 1995
Impulse für unsere Kulturlandschaft
Herausgeber: Förderverein Kulturlandschaft Niederlausitz e.V.
Cottbus 2000
Unsere Dörfer sind in Gefahr ihr Gesicht zu verlieren
was kann dagegen getan werden
2004
Mit-Autor an folgenden Werken der Gartenkunst:
Fürst-Pückler-Park Bad Muskau
Ein europäischer Landschaftspark
Bernd Quint, Ekkehard Bruksch, Ellen Kollewe, Helmut Rippl, Regina Barufke,
Lausitzer Druck- und Verlagshaus
1999
Fürst-Pückler-Land
Die Vision von einem Land in unserer Zeit
Wolfgang Joswig und Helmut Rippl
Delitzsch, 1997
Helmut Rippl hat unzählige Fachaufsätze geschrieben. Er wurde auch in zahlreichen Puiblikationen fachlich gewürdigt: Helmut Rippl ist auch das Buch des Städteplaners Wolfgang Joswig gewidmet:
Fürst-Pückler-Land
Die Sehnsucht nach einem Arkadien in der Lausitz.
Die Pressemeldungen für die bereits durchgeführten Veranstaltungen von 2004 und 2005 wurden gelöscht und können bei Bedarf bei der Stiftung angefordert werden.
Europäische Kulturpreisverleihungen in Luzern
Die Europäischen Kulturpreise werden in diesem Jahr am 12. und 13. September
durch die Europäische Kulturstiftung in Luzern verliehen. Die Verleihungszeremonie findet in der Jesuitenkirche, der Matthäuskirche, im Alten Rathaus und im Kultur,- und Kongresszentrum statt. Die Europäischen Kulturpreisverleihungen stehen unter dem ständigen Patronat der Präsidenten des Europarates, des Europäischen Parlaments und der Europäischen Kommission.
Die Verleihung findet vor einem internationalen Auditorium von Kulturförderern aus ganz Europa statt. Auch Bundespräsident Pascal Couchepin, der für die Schweiz als gastgebendes Land die Schirmherrschaft übernommen hat, Fürst Adam II von Liechtenstein und der Ehrenpräsident des Europarates, Senator Louis Jung, werden anwesend sein.
Es werden rund ein Dutzend Förder,- und Solistenpreise, die mit 3.000 bis 5.000 SFR ausgestattet sind, an begabte junge Künstler vergeben. Undotierte Auszeichnungen erhalten der Dirigent Daniel Barenboim, der Generalsekretär des Europarates Dr. Schwimmer, der ehemalige finnische Staatspräsident Martti Athisaari, der französische Architekt Jean Nouvel,
der Intendant Michael Haeflinger und das Luzern Festival, das Kunstmuseum Vaduz sowie die Sammlung Rosengart Luzern. Höhepunkt ist die Verleihung des Europäischen Kulturpreises 2003 für die Bewahrung des Kulturerbes Bayreuth an Wolfgang Wagner.
Dr. Klaus von Dohnanyi wird auf ihn die Laudatio halten.
Die Europäische Kulturstiftung Pro Europa wurde 1993 in Basel als gemeinnützige Institution gegründet. Die Stiftung fördert unter ihrem Präsidenten Dr. Ernst Seidel seither den lebendigen Dialog zwischen den europäischen Regionen und ist europäischer Kultur-Mentor. Unzählige junge Künstler wurden mit Förderpreisen unterstützt und sind später berühmt geworden. Die im Internet unter www. europaeische-kulturstiftung.org ersichtliche Liste der Europäischen Kulturpreisträger und ihrer Laudatoren ließt sich wie ein "Adelsverzeichnis" begabter, berühmter und verdienter Kulturschöpfer Europas.
Die Europäische Kulturpreisverleihungen finden alljährlich in europäischen Städten statt, in denen Kultur eine besondere Bedeutung hat und die als herausragende europäische Kultur-Städte angesehen werden. In diesem Jahr ist es Luzerns Stadtpräsident Urs W. Studer gelungen, die Verleihung während des Luzern-Festivals nach Luzern zu holen.
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Sie haben sich um die Kulturvermittlung am Oberrhein verdient gemacht:
Europäische Auszeichnung für Kulturkommunikation
an Badische Zeitung, Basler Zeitung und Dernieres Nouvelles d'Alsace
Bei den Europäischen Kulturpreisverleihungen am 5. April 2003 verliehen wir im Theater der Stadt Freiburg den drei Tageszeitungen die Europäische Auszeichnung für Kulturkommunikation.
Die Laudatio hielt der Präsident des elsässischen Regionalrates, Monsieur Adrien Zeller. Auch der Ministerpräsident des Landes Baden-Württemberg, Erwin Teufel, der Ehrenpräsident des Europarates, Senator Louis Jung und zahlreiche Persönlichkeiten des kulturellen und öffentlichen Lebens waren anwesend.
Die Oberrhein-Region im Dreiländereck war aufgrund ihrer beeindruckenden Geschichte nicht nur schon immer eine vielseitige gemeinsame alemannische Kulturlandschaft, sondern als Modell-Region auch Vorreiter bei der Europäischen Einigung. Sie hat dem "Europa der Regionen" Namen und Impulse gegeben. Die drei Zeitungen waren dabei auch grenzüberschreitendes "Bildungsmedium" und haben mit ihrer Berichterstattung daran einen wesentlichen Anteil, denn der Mensch lebt nicht nur vom Geld und Brot allein, sondern auch vom Wissen, vom Geist und von der Kultur.
Die Badische Zeitung hat sich mit ihrem als "Drittes Buch" bezeichneten Kulturteil große Verdienste um die Kulturkommunikation erworben. Die Verleger haben damit bewiesen, dass es bei einer Zeitung nicht allein auf den Kommerz, sondern auch auf die Qualität des Informationsprodukts ankommt. Kultur ist vielleicht nicht sofort "kapital-rentabel", aber ohne Kultur gibt es kein lebenswertes Leben und auch kein dauerhaftes Geschäft. Ohne Kulturberichterstattungen und ohne gute Bildungsinformationen ist eine Tageszeitung (zumal in einer Universitätsstadt mit Bildungsbürgertum) ein fades Informationsprodukt. Das "Dritte Buch" hat Klasse und Niveau. Der Kulturredaktion der Badische Zeitung ist es damit gelungen, einen der anspruchsvollsten und vielbeachtetsten Kulturteile unter den Tageszeitungen zu etablieren.
Die Basler Zeitung hat bereits in den siebziger Jahren mit der besonderen grenzüberschreitenden Berichterstattung über die Oberrheinregion begonnen und sich mit ihrer "Dreiland-Zeitung" und jetzt mit ihrer "Basler Agenda" große Verdienste um die Kulturkommunikation im "Drei-Länder-Eck" erworben.
Die Straßburger Tageszeitung DERNIERERS NOUVELLES D'ALSACE wurde 1877 von dem aus der Gegend von Braunschweig stammenden Drucker Heinrich Ludwig Kayser als 2-sprachiges Medium gegründet. Die "Neuesten Nachrichten" bewiesen Weitblick und Dauerhaftigkeit und blieben der gemeinsamen Kultur am Oberrhein stets treu. Noch heute investiert der Verlag in die gemeinsame Kultur, indem er täglich eine 2-sprachige Ausgabe herausgibt und zeigt damit seine echte Liebe zu den gemeinsamen Sprachen und Kulturen in der Region. Die Zeitung war einer der wichtigsten publizistischen Akteure bei der deutsch-französischen Aussöhnung und dem Aufbau des gemeinsamen Europas. Sie ist ein eminentes publizistisches Sprachrohr der Kulturregion am Oberrhein.
Freiburg, den 5. April 2003
Dr. Ernst Seidel, Stiftungspräsident
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